Sommerfest ’17

Fest für das Engagement

Wie bestellt war das Sommerwetter für das Fest von MentoringMainz in der Alten Ziegelei. 
Wer nicht mit den eigenen Kindern im Urlaub war, kam zum Grillfest der Mentoren und Mentorinnen, die sich im Alltag um junge Flüchtlinge kümmern. Die Initiatoren des Mentorenprogramms, das unter dem Schirm des Mainzer Kinderschutzbundes seit eineinhalb Jahren entstanden ist, bedankten sich mit dem Fest für das Engagement der mehr als 20 Mentoren und Mentorinnen.

Denn deren Unterstützung für junge Flüchtlinge, die allein nach Deutschland gekommen sind, erweist sich immer mehr als hilfreich und not-wendend. Bis zum 18. Geburtstag werden die „unbegleiteten“ Flüchtlinge gut von Einrichtungen der Jugendhilfe betreut, aber danach müssen sie in jedem Fall sehr viel selbständiger ihren Weg in die deutsche Gesellschaft suchen. Und dieser Weg ist angesichts des restriktiven und bedrohlichen Ausländerrechts einerseits, der „schweren“ deutschen Sprache andererseits, nicht einfach. Da ist das bürgerschaftliche Engagement ein zentrales Unterstützungselement angesichts der nach wie vor bestehenden Lücken im Integrationssystem. Das führt die Mentoren selbst in oft neue Bereiche, in die Schulen und sozialpädagogischen Einrichtungen wegen des Deutschunterrichts, zu Betrieben wegen der Ausbildung, zur Verbraucherzentrale wegen der Handyverträge, zu Sportvereinen wegen der Mitgliedschaft. Und es häufen sich die Fälle, in denen rechtliche Hilfe vermittelt werden muss.

Vor allem aber können die Mentorinnen und Mentoren ihre Lebenserfahrung weitergeben und sie denken nicht nur über die Herkunft und die Orientierung der jungen Flüchtlinge nach, sondern auch über die Stärken und Schwächen unserer Gesellschaft bei der Integration. Praktisch treffen sich manche einmal die Woche, andere konzentrieren sich auf konkrete Anlässe. Mal geht es um Vermittlung von Akupunktur für eine von Migräne geplagte junge Frau, ein andermal um regelmäßige Nachhilfe oder um Übungen der deutschen Sprache, schließlich um einen Praktikumsplatz oder auch um eine Therapie, wenn die schlimmen Erfahrungen der Flucht immer wieder hochkommen. Doch die Grundlage der helfenden Begleitung ist, das zeigte der Erfahrungsaustausch beim Fest, das vertrauensvolle Gespräch, das die jungen Menschen ohne Aufdringlichkeit langsam in die deutsche Gesellschaft führt. Dass die Mentoren und Mentorinnen dabei als freiwillige Unterstützer erlebt werden, ist etwas Besonderes und kommt als Dankbarkeit zurück. Das ist das Schöne am Ehrenamt und es wurde richtig am „Lagerfeuer“ der Alten Ziegelei gefeiert. Das genossen auch die jungen Flüchtlinge, die zahlreich aus den Wohngruppen von „juvente“ und der Malteser gekommen waren. So feierten 90 Personen ein Fest des Engagements.