Erfahrungsberichte

Damit Sie einen Eindruck von der ehrenamtlichen Arbeit beim MentoringMainz erhalten, haben wir hier eine Reihe von Erfahrungsberichten bereits bestehender Mentorenverhältnisse zusammengestellt.

„S. ist 18 Jahre alt, stammt aus Afghanistan und hat dort schon studiert. Es liegt ein ausgezeichnetes Abschlusszeugnis vor. S. wünscht sich, sein Studium sobald wie möglich fortzusetzen. Gerade bei den Themen Anerkennung von ausländischen Zeugnissen, Studienkolleg ist es wichtig, ihn zu begleiten. Meine Aktivitäten konzentrierten sich anfangs auf die Kontaktaufnahme (Abendessen, Kaffeetrinken) und dann auf die Kontakte zur Universität. Inzwischen gehen wir gelegentlich in Gaststätten mit islamfreundlichen Angeboten. Auch besuchen wir Konzerte mit unterschiedlichen Angeboten (vom Mittelalter bis zur Rockmusik). Nach meiner Einschätzung ist S. hoch motiviert, den Auftrag der Familie, hier zu studieren, auszuführen. Ich traue es ihm auch uneingeschränkt zu. Meine Sorge ist eher, dass er zu zielgerichtet und ausschließlich lernt und andere Dinge vernachlässigt. Dass er in Deutschland neben der beruflichen Begleitung noch eine Vertrauensperson hat, ist ihm wichtig. Auch vermittelt sie ihm „deutsche Kultur“, was ihm wichtig ist.

Für mich persönlich ist die Tätigkeit sehr befriedigend, denn sie erscheint mir einfach sinnvoll.“

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„M. stammt aus Afghanistan und gehört dort einer unterdrückten Minderheit an. Er ist 16 Jahre alt und ursprünglich Analphabet, hat sich jedoch im letzten halben Jahr komplett alphabetisiert. Wir halten ihn für sehr intelligent. Er ist hochmotiviert die deutsche Sprache zu erlernen, aber auch immer wieder niedergeschlagen, weil er an seinem eigenen Fortschritt zweifelt und sich mit den anderen Jugendlichen, mit schulischer Vorbildung vergleicht. Er ist außerordentlich wissbegierig, nachdenklich, sportlich, freundlich, oft fröhlich und unternehmungslustig.
Bei ihm sollte die allg. Sprachförderung, gemeinsamen Unternehmungen sowie der Aufbau eines Vertrauensverhältnisses im Vordergrund stehen. M. verhält sich zurückhaltend. Bei einem kurzen Spaziergang alleine mit mir taut er etwas auf und ist durchaus im Rahmen seiner Deutschkenntnisse gesprächig.

Das Mentoring soll zunächt bei geplanten wöchentlichen Besuchen sein Lernen unterstützen.“